20. August 2007

FERIA: SALON PUERTO ROSARIO

Inzwischen ist eine weitere Stufe der Entwicklung des Projekts erreicht. Vermittelt über einen Freund der Leiterin Carina, hat das Projekt einen Stand auf einer städtischen "Feria", einem Kunstgewerbemarkt, erhalten. Der Markt findet jeweils sonntags in einer großen Halle am Ufer des Flusses Parana statt. Dort stellen ganz unterschiedliche Produzenten ihre Produkte aus. Wer in Berlin den Kunstgewerbemarkt auf der Straße des 17. Juni kennt, kann sich etwa vorstellen wie es dort aussieht - nur dass dort auch noch indianisch stämmige Anbieter sind, die aus dem Norden oder von der Kordillere kommen.


Hier ein Eindruck von der Atmosphäre




Unser Projekt bietet auf diesem Kunstgewerbemarkt einerseits Fotos an, welche die Jugendlichen gemacht haben, und andererseits so genannte "imane", das sind kleine Magnetsticker, die z. B. auf Kühlschränke geheftet werden können. Auf der Vorderseite sind Fotos von Rosario aufgeklebt, die von den Jugendlichen stammen.

Beispiele von Bildern auf den Stickern



An jedem Sonntag trifft sich ein Team von 2 Mitarbeiterinnen und drei bis vier Jugendlichen, um den Stand herzurichten, Flyer über das Projekt zu verteilen und - selbstverständlich die angebotenen Produkte zu verkaufen. Am ersten Verkaufstag wurden Sticker für 405 Pesos (etwa 100 Euro) verkauft.

Flyer





Dabei verfolgte Carina allerdings eine spezielle Strategie. Angeregt durch ihren Berater Pablo, einen erfahrenen Manager, möchte Sie den Markt nutzen, um das Projekt bekannt zumachen und UnterstützerInnen zu gewinnen. Den Verkauf sieht sie zunächst nur als einen Aufhänger, um das Projekt in der Presse bekannt zumachen. Die wichtigste Zeitung in Rosario, „La Capital“, hat auch schon auf einer ganzen Seite über das Projekt berichtet.

Diese Strategie war allerdings nicht vorher abgesprochen. Hier deutet sich vielleicht ein Konflikt hinsichtlich unterschiedlicher Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Projekts an. Carina möchte eher ein psycho-soziales Angebot für die Jugendlichen weiterführen und wir, d.h. Ulrike und ich, aber auch Coco Fuks, unser Freund und Stellvertreter in Rosario, möchten nun möglichst bald die Phase der wirtschaftlichen Umsetzung beginnen.