9. Oktober 2007

Kooperation zwischen Rosario und Berlin

Durch einen Zufall haben wir den Fotografen Ule Mägdefrau kennen gelernt, der wiederum mit einer Lehrerin, Anke Uhlmann, der Theodor Plievier Schule im Wedding zusammenarbeitet. Beide fanden das Projekt in Rosario so interessant, dass sie mit uns zusammen überlegten, wie sich ein ähnliches Projekt im Wedding würde realisieren lassen.

Selbstverständlich kann das nicht auf die gleiche Weise wie in Rosario geschehen, da die Bedingungen zu unterschiedlich sind. Das Projekt im Wedding wird sich daher auf eine Woche konzentrieren, in der die hauptsächliche Arbeit gemacht wird. In der Klasse wird aber schon vorher darüber informiert, gesprochen und diskutiert.

Einen ersten Brief mit Fotos von den Jugendlichen aus der Klasse gibt es schon:

„hola, wir sind sieben mädchen und neun jungen und gehören zur klasse 10a der theodor -plievier -schule. die schule befindet sich in berlin im stadtteil wedding. die meisten von uns kennen sich schon aus der 7. klasse, als wir aus der grundschule an die oberschule kamen. auf den fotos sieht man einen teil der schüler unserer klasse, wie sie heißluftballons bauen und dann fliegen lassen. auf dem einen gruppenfoto rechts vorn (hockend) ist eine unserer lehrerinnen, frau uhlmann, zu sehen. unsere andere klassenlehrerin, frau herger, ist leider nicht mit dem foto. unsere familien stammen aus verschiedenen ländern: aus der türkei, dem libanon, dem irak und der dominikanischen republik. geboren sind wir aber fast alle in deutschland. im sommer nächsten jahres beenden wir nach 10 jahren unsere schulzeit und beginnen ausbildungen oder maßnahmen zur berufsvorbereitung.

viele grüße aus berlin
anke uhlmann“

jovenes de una clase en Berlin Wedding que quieren cooperar con Rosario

Wenn Sie auf das Bild klicken, können Sie alle Fotos sehen.


Das klingt dann in Spanisch so:

Hola chicos

Nosotros somos siete chicas y nueve chicos que estamos en el décimo año de la escuela Theodor Plievier. Esta escuela está situada en Berlín en el Barrio de Wedding. La mayoría de nosotros nos conocemos desde séptimo grado, cuando pasábamos de la escuela primaria a la secundaria.
En la foto se ve una parte de los compañeros de nuestra clase construyendo un globo aerostático para luego hacerlo volar.
En una de las fotos grupales está nuestra maestra, la señora Uhlman, es la que está en cuclillas a la derecha. Otra de nuestras maestras es la señora Herger pero ella lamentablemente no está en la foto.
Aunque nuestras familias provienen de diferentes países como Turquía, El Líbano, Irak y la República Dominicana casi todos nosotros hemos nacido en Alemania.
En verano del próximo año terminaremos el décimo año de la escuela y comenzaremos un aprendizaje ocupacional o una preparación laboral
Muchos saludos desde Berlín

Anke Uhlmann

Projektskizze „Fotografie und Migration“ in Berlin Wedding

Das geplante Projekt findet im Rahmen einer Projektwoche mit Schülern einer 10. Klasse der Theodor-Plievier-Schule (einer Hauptschule im Bezirk Mitte/ Wedding) statt. Alle 16 Schüler haben einen Migrationshintergrund und stammen zum größten Teil aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Sie leben fast alle in dem die Schule umgebenden Weddinger Problemkiez. Daraus ergibt sich für die meisten Schüler eine fehlende Zukunftsperspektive mit geringen Aussichten auf Ausbildungsmöglichkeiten.

Vor dem Hintergrund dieser Situation erscheint es uns sinnvoll an einer Entwicklung des Selbstwertes und der Selbstwirksamkeit zu arbeiten. Dies versuchen wir durch die positive Erfahrung beim Erwerb fotografischer Fähigkeiten und beim Arbeiten mit neuen Medien zu erreichen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt und der der Mitschüler erzeugt einen positiven Effekt bei der Identitätsentwicklung und fördert die soziale Integration.

Das Projekt bezieht sich auf das bestehende Projekt „Zukunft Fotografie“ in Rosario (Argentinien), welches in der beiliegenden Projektskizze genauer beschrieben wird. Eine Nachhaltigkeit unseres Projektes entsteht, indem die fotografischen Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt im Blog http://projektzukunftfotografie.blogspot.com/ dokumentiert und präsentiert werden. Wir erhoffen uns außerdem eine Förderung der Selbstreflexion der Schüler während des Austausches über ihre verschiedenen Lebenswelten, deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Die in der Projektwoche entstehenden Fotografien möchten wir gern in Zusammenarbeit mit Prof. em. Dr. Jarg Bergold und seiner Frau Ulrike Bergold (Leiter des Projektes „Zukunft Fotografie“) in einer entsprechenden Institution oder Galerie ausstellen.

Anke Uhlmann und Ule Mägdefrau